«Technisch bedingte elektromagnetische Wellen, insbesondere solche, die von der Mobilfunktechnologie ausgehen, haben schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier.»
«Wenn menschliche Blutzellen mit elektromagnetischen Feldern bestrahlt werden,
wurde eine deutliche Schädigung des Erbmaterials nachgewiesen,
und es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko.»
Swisscom, September 2004
Ganzes Zitat auf deutsch
Die hier zitierte Aussage aus der
Patentschrift WO 2004/075583,
bringt sehr gut auf den Punkt was dem damaligen Stand der Wissenschaft entsprach und was Studien bis heute wieder und wieder nachweisen:
Nichtionisierende Strahlung schädigt bereits im Bereich der gesetzlichen Grenzwerte die DNA; eine geschädigte DNA ist die Vorstufe zu Krebs.
2018 hat die NIS beratende Stelle des Bundes (BERENIS) hingewiesen dass die Grenzwerte überarbeitet werden müssen. Die Politik hat nicht reagiert.
2021 hat die BERENIS erklärt welche Schäden durch dauerhaften oxidativen Zellstress entstehen können und sagt dass im Bereich der Grenzwerte erhöhter oxidativer Zellstress beobachtet wurde.
Trotz alledem erklärt der Bundesrat: «im Bereich der Grenzwerte wäre die Bevölkerung sicher geschützt».
BERENIS Schweiz
BERENIS
ist die NIS beratende Stelle des Bundes.
BERENIS, 2021: «zu erwartende Gesundheitseffekte» im Bereich des
Anlagegrenzwertes
«Anlagegrenzwert» ist die maximale Feldstärke, die Anwohner direkt betrifft, wenn sie nächst einer Mobilfunk Antenne wohnen, auch wenn sie selber keinen Mobilfunk nutzen. Die Wortwahl «zu erwartende Gesundheitseffekte» bedeuted: mit grosser Wahrscheinlichkeit wird die Gesundheit von bestimmten Personengruppen betroffen sein.
Der BERENIS Newsletter
«Sonderausgabe Januar 2021»
(Mevissen Schürmann Review), zum Thema oxidativer Zellstress und Mobilfunk, zeigt die mangelhafte Schutzwirkung Schweizer Grenzwerte auf.
Der
Schlussatz
des Berichtes,
es müsse noch weitere Forschung betrieben werden
(sinngemäss),
verwässert in keinster Weise die Relevanz der Resultate!
Es ist schlicht eine höfliche Form guter Wissenschaft um künftigen Forschungen nicht vorzugreifen aber auch die Finanzierung zu ermöglichen. Bereits die REFLEX Studie, 2004, die eine Schädigung im Bereich der Grenzwerte auf Europäischer Ebene nachwies, schloss mit demselben Schlussatz.
«Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Mehrzahl der Tierstudien und mehr als die Hälfte der Zellstudien Hinweise auf vermehrten oxidativen Stress durch HF-EMF und NF-MF gibt. Dies beruht auf Beobachtungen bei einer Vielzahl von Zelltypen, Expositionszeiten und Dosierungen (SAR oder Feldstärken),
auch im Bereich der Anlagegrenzwerte.»
(Schlussfolgerungen, S.8)
«Es
zeichnet sich aber ein Trend ab
der auch unter Berücksichtigung dieser methodischen Schwächen deutlich wird, nämlich, dass EMF-Exposition, sogar im niedrigen Dosisbereich , durchaus zu Veränderungen des oxidativen Gleichgewichtes führen kann.»
(Schlussfolgerungen, S.8)
«So werden Erhöhungen von Biomarkern für oxidativen Stress als Ursache oder Folge in vielen Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, angeborene Fehlbildungen oder neurodegenerative Erkrankungen, beobachtet»
(S.2)
«Das
Funktionieren des Immunsystems ist untrennbar mit der Bildung von ROS und NO verbunden.»
(S.7, oben)
Vorschädigungen, wie Immunschwächen oder Erkrankungen (Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen), kompromittieren die Abwehrmechanismen inklusive der antioxidativen Schutzmechanismen des Organismus und es
ist daher zu erwarten, dass bei Individuen mit solchen Vorschädigungen vermehrt Gesundheitseffekte auftreten.
Zudem zeigen die Studien, dass sehr junge oder auch alte Individuen weniger effizient auf oxidativen Stress reagieren
(Schlussfolgerungen, S.8)
Klagen und Sorgen betroffener Menschen sind also begründet.
Der politische Handlungsbedarf zur Verschärfung der Grenzwerte kann nicht klarer benannt werden.
Wie aber kann der Bundesrat, sich berufend auf die BERENIS, auf seiner Plattform
5g-info.ch
sagen, im Bereich der Grenzwerte wäre die Bevölkerung «sicher geschützt»? ... und im selben Zuge, für 5G, gerade gleich noch die Grenzwerte lockern (Korrekturfaktor)?
BERENIS, 2018: Schweizer Grenzwerte müssen überarbeitet werden
2016: Die NTP Studie (USA Studie National Toxicology Program) war beauftragt von der Regierung der USA und hatte ein Volumen von 26 Mio Dollar. Es war seinerzeit die grösste überhaupt je durchgeführte Studie zum Thema Mobilfunk und Krebs. Verwendet wurde eine
besonders hohe Expositionsstärke,
Ergebnis:
Krebs durch Mobilfunk nachgewiesen.
2018: Die
Ramazzini Studie
hatte ein Volumen von 25 Mio Dollar, verwendete eine gegenüber NTP sehr viel tiefere Expositionsstärke und bestätigte die Ergebnisse nochmals. Die Wissenschaftler folgern: «Diese experimentellen Studien liefern
ausreichende Beweise,
um eine
Neubewertung der Schlussfolgerungen der IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) zum karzinogenen Potenzial von elektromagnetischen Wellen beim Menschen zu fordern.»
So folgert die BERENIS
im Sondernewsletter von 2018 zu NTP/Ramazzini:
«Es sei eine vollständige Risikobewertung unter Berücksichtigung aller verfügbaren Studien (Tierstudien und epidemiologische Studien) notwendig, um abzuschätzen, ob die derzeitig gültigen Grenzwerte geändert werden sollten.»
Das ist eine klare Empfehlung der BERENIS ans BAFU und den Bundesrat und es ist
NICHTS
passiert. Nur der Bericht Mobilfunk und Strahlung 2019, der explizit
KEINE
vollständige Bewertung gemacht hat.
P.S.:
Als dritter Markstein in der Studienlandschaft könnte die europäische
REFLEX
Studie, 2004, unter der Leitung von Franz Adlkofer, mit einem Volumen von rd. 3.2 Millionen Euro angefügt werden. Nachgewiesen wurden Erbstrangbrüche, Schädigung des Kerns des Gehirns, bereits bei schwacher Strahlung, im Bereich der Grenzwerte. Da DNA Schäden als Ursache für Krebs angesehen werden, ist naheliegend, NTP und Ramazzini im Kontext von REFLEX zu sehen.
Internationale Quellen
2015, Yakimenko Studien Review
Auf diesen Review wurde auch im oben genannten BERENIS Newsletter Janaur 2021 zurückgegriffen.
«Von 100 verfügbaren Peer-Review-Studien (18 in-vitro-Studien, 73 Studien an Tieren, 3 Studien an Pflanzen und 6 Studien am Menschen) bestätigten 93 dass bereits schwache Hochfrequenzstrahlung ein starker oxidativer Stressor für lebende Zellen ist.»
«Genauer gesagt, in 58 Studien an Laborratten zeigten 54 positive Ergebnisse und 4 von 6 Studien am Menschen waren positiv. Darüber hinaus waren 17 der 18 In-vitro-Studien positiv, darunter zwei an menschlichen Spermien und zwei an menschlichen Blutzellen. Laut den Autoren führt die Analyse moderner Daten zu den biologischen Auswirkungen von hochfrequenter Hochfrequenzstrahlung (RFR) zu einer festen Schlussfolgerung, dass dieses physikalische Mittel ein starker oxidativer Stressor für lebende Zellen ist.»
Meinung internationaler Wissenschaftler
[..] die ICNIRP vertritt nicht die Meinung der Mehrheit der Wissenschaftler [..] Die Mehrheit, nämlich 252 Wissenschaftler, erklärte:
«Die ICNIRP macht immer noch diese Behauptungen, obwohl die sich häufenden wissenschaftlichen Beweise das Gegenteil belegen. Wir sind folgender Ansicht: da die ICNIRP-Richtlinien nicht für die langfristige Exposition und weniger intensive Auswirkungen gelten, sind diese nicht ausreichend, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.»
Bild Quelle
: Wissenschaftlicher Dienst des Europäischen Parlamentes, modifiziert: rote Linien mit 3G / 5G eingefügt
Das Vorsorgeprinzip
Das Vorsorgeprinzip ist eine klare Handlungsanweisung an die Behörden wie mit potentiell schädlichen Einflüssen umzugehen ist. Mai 2020 wurde, im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) ein Rechtsgutachten dazu erstellt. Zitate:
Das Vorsorgeprinzip will verhindern, dass fehlende wissenschaftliche Gewissheit zu staatlicher Untätigkeit führt.
Sind Schäden sichtbar, müssen Massnahmen getroffen werden auch wenn keine wissenschaftliche Beweislage vorliegt
Ist aus der wissenschaftlichen Beweislage eine Schädigung möglich oder ableitbar, müssen Massnahmen getroffen werden
Bei einer unsicheren Bestimmung der Schädlichkeits- oder Lästigkeitsgrenze gilt der Grundsatz: Im Zweifel für die Sicherheit («in dubio pro securitate»)
«Je schwerer die drohende Schädigung wiegt und je grösser die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts ist, desto eingreifendere Massnahmen der Vorsorge sind geboten.» (Seite 48, Ziffer 106)